Enduro 2017 Vereinsmeisterschaft Rennbericht

Text: Nikolas Jellinek | Fotos: Martin Bihounek, Ronald Kalchhauser, Peter Gordebeke

Unheilig wie jeden Tag läutet der Wecker knapp vor 0600. Same procedure as every day. Zisch, klick, brodel.

Eine Tasse legale Drogen in Form von Mate-Tee und Haferschleim lässt dich zumindest schneller wirken als man sich fühlt.

Die Wetterfrösche hatten ja bisher nicht das beste Wetter vorhergesagt. Jedoch zweifelt ein jeder, Wettervorhersagen sind eh wie Pokerspielen. In diversen Chatgruppen und Foren wurde in der Nacht noch diskutiert und an technischen Details gefeilt.

Auch wenn es nur um die goldene Himbeere geht, es geht um Ruhm und Ehre, Spaß und Freude. Also wird der Wienerwald zum Wiener Cup.

Starkregen, 8°C – beste Voraussetzungen, mein Vorhaben umzusetzen und den Hut drauf zu hauen. Neben mir der noch stark brandige Trail Buddy, Autofahrt nur mit geöffneten Fenstern möglich. Nur die Sitzheizung versprüht Wärme und Wohligkeit da draußen.

Einige Hartgesottene treten gar die Anreise zur Hohe Wand Wiese per Bike an und tragen Biotop Schuhe. Umso größer der Zusammenhalt und die Freude, einander zu sehen, Show and Shine mit neuem Material und Körper. Zwischen getrimmten Männerbeinen und Regenjacken blitzen die top aktuellen Bikes der Teilnehmer & Freunde. Man prüft sich, teils noch mit Schlaf im Gesicht, mit strengen Blicken, jeder ist Favorit.

Nach kurzem Stelldichein mit Briefing und dem üblichen Kram setzt sich die Rotte in Bewegung. Wandertags- statt Rennstimmung.


Am stärksten in der Teampanier vertreten heute, ein alter Bekannter … „FEUERSALAMANDER!“ Die Masse schiebt sich immer wieder in der größten Sauna, dem Wienerwald, am Lurch vorbei.

Mit feinster WW-Schlammkur überzogen, wird an der ersten Stage gestartet. Meine Motivation nach wie vor eher im Keller als am Trail.

Stage 1, der Roan-Trail … quasi ein Pendant zur parallel verlaufenden Höhenstraße. Eigentlich nix dabei, was anspruchsvoll sein kann, doch bei Speed und Nässe schnell anspruchsvoll werden kann. Mein Rezept für heute: Mich persönlich bremsen, etwas zurücknehmen und von hinten attackieren … im RICHTIGEN Moment. Regenfahrer sind ja auch bekanntlich im Motorsport die geduldigeren Zeitgenossen.

Wer riskiert, der verliert. (Gute Besserung an Daniel Roberts mit seiner Kampfwunde.)

Anlieger und Wurzeln vermischen sich im lehmigen Untergrund zu einer feinen Schlittschuh-Bahn. Egal welcher Pneu, die Profilierung sieht letztendlich bei jedem im Ziel gleich aus. Zugepflastert und fein verspachtelt legt Mutter Natur Ihre Haut über uns.

Mit 2 Fahrfehlern und gefühltem NO-SPEED muss ich feststellen … des wird heut nix.

AUF ZUM ATEM oder … SAUBERG-Trail … Stage2, Slice of british pie!

Trotz aufziehendem Regen und kaltem Wind, steigt die Stimmung. Kaum verwunderlich, Material und Mensch eingesaut und durchnässt.

Kann ja nur besser werden! Spaßvögel und Stimmungsmacher sammeln sich im herrlich duftenden Bärlauchfeld. Untermalt von Gegröhl und Gesang werden die ersten von uns entsandt. Je mehr der Starter rutscht, desto mehr wird geschrien. STIMMUNG wie am Amateurfußballplatz.

Der Name ist Programm, SAUBERG, ein Untergrund unter aller Sau. Rutschig, hängend, schmierig und für viele extrem herausfordernd.

Es wird viel diskutiert, gestikuliert, bei Obst und Getränken (DANKE für die Foodzone!), wer hat mehr Bodenproben entnommen 2, 3, 4. Nein ich biete mehr!

Auf geht’s zum Promi Run, der Flow-Line im Trailpark Weidlingbach. Quasi der Oldie unter den neuen legalen Trails. Petrus dürft uns danken, die Sonne lässt den Untergrund weiter auftrocknen, der tadellose Trailbau zeigt sich hier von seiner besten Seite. Durch vernünftige Drainagen und perfekt gezimmerte Anlieger ist vom Sauwetter letzter Nacht nichts zu sehen.

Vor dem Start wurde noch aufgewärmt im Bear Grylls Style mit Hirn. Man nehme einen Stock und schlägt alles wo Lehm festsitzt, 3, 2, 1 GO!

Der Grip ist wieder einmal vielen zum Verhängnis geworden, lang war er da, dann schnell mal weg.

Einige bissen sich durch zu hohen Temporausch mit kleinen Stürzen die Zähne an dieser Stage aus.

Nix is passiert und nix is geschehen, leicht angeschlagen gehts zur letzten Runde. Quasi ein gescheites Intervall-Training auf Zeit. So ein Enduro-Rennen.

Komplett unbekannt und heiß diskutiert – die letzte und vierte Stage des Tages. Der neue Wiesn-Trail kurz vorm START/ZIEL.

Schnell soll er sein, gefinkelt und verwinkelt. Mehrmals wird darauf hingewiesen, lieber Tempo rauszunehmen und safe zu fahren.

Eh logisch bei einem BLINDURO, so der Rahmen der Veranstaltung. Kein Training, nur Fahren auf Sicht. Beim heutigen Grip trennt sich hier die Spreu vom Weizen.

Einmal geht’s noch 3, 2, 1 GO.

Noch immer mit einem Quäntchen Motivation und Biss starte ich ein weiteres Mal mit dem Messer zwischen den Zähnen.

Immer wieder abwechselnde und schnelle Richtungsänderungen mit sehr naheliegenden Bäumen und Gestrüpp, vermitteln dir auf dieser Stage einen abartigen WARP-SPEED.

Ziemlich überraschen dann doch die eine oder andere Engstelle. Lenkertouchierungen sind hier Programm und kaum zu vermeiden.

Auch ein Baum gehört mir, frontal, Vorbau in die Weichteile – perfekte Kombination.

Alles funktioniert, alles am Mann. Ab ins Ziel, dort wo der Großteil der Starter schon Bier und Fleisch fröhnt.

So manch fleißiges Bienchen steht schon in der Schlange und gönnt sich und seinem Material die Dusche.

So muss es sein! Ausklang unter gleißender Nachmittagssonne mit BBQ, Bier und Gleichgesinnten untermalt mit den Beats von MellowBeatz.

Großer DANK an die Organisation eines solchen Events & an alle Beteiligten!

Persönlicher Dank auch an meine Liebste, welche mir ihr Bike zur Verfügung gestellt hat.

 

RIDE ON!

 

Alle Fotos vom Rennen, sortiert nach Startnummer, findet ihr hier.

Die Resultate vom Rennen findet ihr hier.

 

 

 

Wir möchten uns auf diesem Wege bei den zahlreichen Sponsoren bedanken, die uns bei diesem Rennen unterstützen!

Außerdem bedanken wir uns bei slv-event.at für die Musikanlage die sie uns für das Event zur Verfügung gestellt haben.

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